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Der Gemeindehilfsbund will "heilsame Unruhe stiften"

Mittwoch, den 8. November 2017 um 13:00 Uhr | Geschrieben von: ideaSpektrum

Walsrode (idea) – Die evangelische Kirche befindet sich in einer „geistlichen Abwärtsentwicklung“. Deswegen ist eine Bekenntnissynode innerhalb der EKD wünschenswert. Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende des Gemeindehilfsbundes, Joachim Cochlovius (Walsrode), beim Jubiläumskongress des Vereins am 4. November in Krelingen. Es sei wichtig, dass konservative evangelische Christen besser repräsentiert würden, weil viele über den Austritt aus ihrer Landeskirche nachdächten. „Den finanziellen Verlust könnten die Kirchen wohl wegstecken. Aber der geistliche Verlust wäre immens.“ Der Gemeindehilfsbund wolle deshalb weiterhin „heilsame Unruhe“ stiften und auf Fehlentwicklungen hinweisen.

 

Ein bisher unerfüllter Wunsch sei die größere Einheit der bekenntnistreuen Gruppen, sagte Cochlovius. Möglicherweise könne das von Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel) gegründete „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ nicht nur eine „Gesprächsplattform sein, sondern auch zur Aktionsplattform werden“. Im Blick auf die 25 Jahre seines Bestehens habe der Gemeindehilfsbund „viel Grund, dankbar zu sein“. Die Mitgliederzahl habe sich von anfänglich 300 auf inzwischen 850 erhöht, sagte Cochlovius der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.


Erzbischof Vanags: Luther hat die Beziehung zu Gott von Angst befreit


Der Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, Janis Vanags (Riga), sprach über das Erbe der Reformation. Martin Luther (1483–1546) habe die Beziehung zwischen Gott und den Menschen von Furcht und Schrecken befreit: „Die Reformation hat ein riesiges Potential in den Menschen freigesetzt, das durch ihre Angst ‚eingefroren’ war.“ Luther habe außerdem klar benannt, was die „wahre Kirche“ ausmacht: „Wo Gottes Wort von Gesetz und Evangelium verkündigt wird, dort ist der Leib Christi.“ Große Wirkung über Deutschland hinaus habe auch die Bibelübersetzung Luthers gehabt. Die Idee, sich an der jeweiligen Landessprache zu orientieren, habe zu einem Aufschwung der Bildung geführt.


Uwe Holmer: Die Bischöfe verkündigen „himmelschreiende Irrlehren“


Pastor Uwe Holmer (Serrahn), sprach von seinem „heiligen Zorn“ über die Entwicklung der evangelischen Kirche. Selbst Bischöfe leugneten den Sühnetod und die Auferstehung Jesu. „Sie sollten das Evangelium ins deutsche Land tragen und bieten solche himmelschreiende Irrlehren!“ Die Bibel werde nicht mehr als Wort Gottes verstanden. „Jetzt bestimmen Menschen, was gelten soll. Ich fasse es nicht.“ Holmer rief dazu auf, in der Tradition Luthers für die Wahrheit zu „kämpfen“. Gemeinden sollten bibeltreue Pastoren anstellen, auch wenn sie eine freie Hochschule besucht hätten. Bisher ist das rechtlich nicht möglich. Holmer wurde weltbekannt, als er 1990 den obdachlos gewordenen Ex-DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und dessen Frau Margot für zehn Wochen aufnahm.


Die Kirche gleicht einem sinkenden Schiff, das Rettungsboote braucht


Der pfälzische Pfarrer Ulrich Hauck (Barbelroth) ermutigte dazu, weniger auf die Krise der Kirche als auf Gottes Verheißung zu schauen. Er habe erlebt, dass die Kirchenleitung seinen erfolgreichen biblisch-missionarischen Gemeindedienst durch eine Verwaltungsentscheidung beendet habe. Doch „die wahre Kirche Jesu Christi befindet sich nicht in den Schaltzentralen der Mächtigen oder in Landeskirchenämtern, sondern dort, wo Menschen Christus bekennen und ihm nachfolgen und das heilige Abendmahl gemäß der Einsetzung ihres Herrn feiern“. In Deutschland sei die Bedrängnis der Kirche von innen teilweise größer als von außen, weil sie sich „von Jesus Christus als alleiniger Wahrheit verabschiedet“ habe, so Hauck, der zum Vertrauensrat des Netzwerks bekennender Christen in der Pfalz gehört. Weil die Kirche einem sinkenden Schiff gleiche, brauche man Rettungsboote: „In jedem Kirchenkreis müsste es eine bekenntnistreue Gemeinde geben.“ Der 1992 von Pastor Heinrich Kemner in Krelingen gegründete Gemeindehilfsbund bietet nach eigenen Angaben im kirchlichen Lehrpluralismus seelsorgerliche Hilfe und biblisch-theologische Orientierung an.


Quelle: ideaSpektrum, 7. November (www.idea.de)

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