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Frieden mit Gott finden

Mein Weg zu Gott

Albert Einstein hat im Jahr 1926 in einem Brief an einen Bekannten geschrieben, dass er der festen Überzeugung wäre, dass Gott nicht mit dem Universum würfelt. Einer der bekanntesten Physiker glaubte also an Gott  und war sich sicher, dass es keinen Zufall geben kann.

Seine aufgestellte allgemeine Relativitätstheorie veränderte das physikalische Weltbild maßgeblich. Sie blieb Jahrzehnte lang unangetastet bestehen und hat jedem experimentellen Test standgehalten.
Doch Mitte 2011 haben Physiker anscheinend beobachtet, wie Teilchen schneller als das Licht geflogen sind. Die Lichtgeschwindigkeit gilt nach Albert Einstein als die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum und ist bislang in keinem Experiment der Welt durchbrochen worden. Doch sogenannte Neutrinos, ultraleichte Elementarteilchen, scheinen in dem Experiment „Opera“ rund 0,025 Promille schneller zu sein als das Licht. Dies würde gravierende Folgen für das physikalische Weltbild haben.

Wie der Name Theorie schon sagt und das Experiment „Opera“ zeigt, ist auch die allgemeine Relativitätstheorie nicht fix, da sie eben eine Theorie ist. Und somit werden nun viele Experimente folgen, um zu versuchen die neu entdeckten Erkenntnisse zu bestätigen oder zu verfeinern.

Ähnlich wie im Fall der allgemeinen Relativitätstheorie verhält es sich mit der Evolutionstheorie. Nur mit dem Unterschied, dass die allgemeine Relativitätstheorie im Bereich der operationalen Wissenschaft liegt und die Evolutionstheorie im Bereich der historischen Wissenschaft. Dennoch haben beide Wissenschaften eines gemeinsam. Theorien können zwar immer wieder von neuen Erkenntnissen und neuen Experimenten verfeinert oder verändert werden, bleiben aber solange Theorien, bis sie zu 100% bewiesen sind. Doch egal wie viele Experimente folgen werden, keiner von uns kann in die Vergangenheit schauen oder gehen, um nachzusehen wie alles begann. Somit wird die Evolutionstheorie nie bewiesen werden können. Traurig ist nur, dass aus der Evolutionstheorie im Laufe der Zeit die Evolution wurde. Der Zusatz „Theorie“ wurde irgendwann einfach weggekürzt. So als ob es nachweislich die Evolution gewesen sei, die uns erschaffen habe.

Auf diesem Standpunkt, dass es die Evolution war, die uns erschaffen hat und nicht Gott, befand ich mich bis ins Jahr 2002. Somit konnte ich auch nicht an einen Schöpfer-Gott glauben und auch nicht an sein Wort, die Bibel. Dieses Denken wurde bei mir grundlegend geändert. Der Start hierfür war ein philosophisches Gespräch mit einem Freund.

1994 war ich an einem Abend mit Ralf unterwegs. Wir redeten über alles Mögliche und kamen irgendwann auf das Warum, Wieso, Weshalb, Woher. Wir philosophierten über das Leben, und ich legte ihm meine Weltanschauung und Theorien dar und er mir seine – er war und ist auch heute noch Christ. Ich sagte ihm, dass ich zwar an einen Gott glauben würde, aber nicht an solch einen, wie er in der Bibel steht. Die Evolutionstheorie wäre einfach zu eindeutig und nicht zu leugnen. Es würde so viele Beweise für sie geben.

Ich war in diesen Jahren äußerst wissbegierig, was unser Dasein betrifft. Ich beschäftigte mich mit Außerirdischen oder der Theorie, dass Atome miteinander kommunizieren könnten und diese das Universum beherrschten, und natürlich war, wie schon erwähnt, die Evolutionstheorie ganz vorne mit dabei. Kurz bevor wir das Gespräch und den Abend zum Ende kommen ließen sagte er noch zu mir, dass wenn ich doch an Gott glauben würde, ich ihn einfach im Gebet darum bitten solle, dass er mich zu sich führen solle.

Da ich katholisch erzogen worden und aufgewachsen bin, kannte ich das Beten natürlich. Aber es war bis dato einfach ein Reden zu einem Gott, den ich weder verstand noch kannte. Ich hatte schon Jahre nicht mehr gebetet, aber in dieser Nacht, aufgewühlt durch das Gespräch mit Ralf, bat ich Gott in einem Gebet darum, dass er mich doch bitte zu sich führen solle, denn ich wollte die Wahrheit wissen.

Er sollte mich erhören . . .

30. September 1995, ein warmer Samstag im Herbst – blauer Himmel, wunderschöne in Herbstfarben getauchte Landschaft – eine Wonne für Geist und Körper und natürlich auch, und das wird jeder motorisierte Zweiradfahrer verstehen, noch einmal die beste Möglichkeit, eine kleine Tour zu machen und sich vor dem Winter zum letzten Mal den Fahrtwind ins Gesicht wehen zu lassen und sich ein wenig frei zu fühlen.

Aus diesem Grund schwangen Frank und ich uns auf unsere 56 PS starken, 135 Kilo schweren und 200 km/h schnellen Motorräder und starteten in den warmen, sonnigen Herbstsamstag. Wir fuhren einige Kilometer, machten ein paar Pausen und fuhren im Umkreis von 20 km um unsere Heimatstadt herum. An einer Kreuzung, zwei Ortschaften von unserem Heimatort entfernt, hielten wir kurz an. Frank meinte, ob wir nicht noch kurz zur entgegengesetzten Ortschaft fahren sollten, da dort die Kurven richtig gut waren. Das machten wir dann auch und rasten in die nächste Ortschaft. Dort angekommen, drehten wir um und verabschiedeten uns.

Ich legte den ersten Gang ein und fuhr vor Frank los, er war direkt hinter mir. Nach dem Ortsschild beschleunigte ich mein Motorrad auf 120 km/h und durchfuhr eine Linkskurve in starker Schräglage. Auf diese folgte eine langgezogene Rechtskurve, somit drehte ich den Gashahn beim Kurvenwechsel auf und fuhr ca. 140 km/h. Unglücklich war nur, dass genau dort eine Bodenwelle kam und mein Motorrad vom leichten „Chattering“ in ein starkes Lenkerschlackern wechselte. Es war so stark, dass es mir die Hände vom Lenker riss und ich unkontrolliert geradeaus auf einen Baum zufuhr, der ca. 150 Meter vor mir stand. Da mein Gefährt immer noch sehr schnell war, meine Hände den Lenker nicht mehr greifen konnten und ich den Baum immer näher auf mich zu kommen sah, schloss ich die Augen. Es folgte ein Blitzen in den Augen, ein dumpfer Schlag und Druck auf meinen Körper . . . ich öffnete die Augen, sah nur blauen Himmel und flog durch die Luft . . . ein zweites Blitzen in den Augen und ein zweiter Schlag auf meinen Körper . . . Ruhe.

Mein ganzer Körper brannte vor Schmerzen, und ich öffnete die Augen. Das erste, was ich sah, war, dass eine gelbliche, durchsichtige Flüssigkeit vom geschlossenen Helmvisier in mein Gesicht tropfte. Da fiel mir blitzschnell die Geschichte von Frank ein, die er mir ein paar Wochen zuvor erzählt hatte. Sein Bekannter wäre zu einem Motorrad Unfall hinzu gekommen und als sie dem bewusstlosen Fahrer den Helm abnahmen, brach dessen Kopf entzwei. Somit war für mich in diesen ersten Sekunden eins klar – gelbe Flüssigkeit – Schädel gebrochen – gleich sterbe ich. Zum Glück kam in diesem Moment Frank den kleinen Hang von der Straße herunter und ich hörte ihn rufen: „Dirk, Dirk du bist voll in einen Tümpel gefallen!"

Was . . . Tümpel?! Alles klar – Helm runter! Ich bewegte mich zum ersten Mal und spürte meine Verletzungen. Ich sagte zu Frank, dass er mir sofort den Helm runter nehmen solle! Er hatte aber auch die Geschichte im Kopf und wollte nicht – aber half mir dann, nach starkem Flehen meinerseits. Ich schaute zum ersten Mal um mich und sah den Baum, der gerade noch vor mir war, ca. 40 Meter entfernt in einer anderen Richtung, eine leichte Böschung zur Straße hoch. Mein Motorrad war 20 Meter in der anderen Richtung, und steckte kopfüber im Tümpel.

Frank sagte, dass ich liegen bleiben solle, er würde Hilfe holen. Ich bemerkte, dass mein linker Unterschenkel gebrochen war und die Knochensplitter aneinander rieben. Mein Rücken brannte wie Feuer und mein Gesäß fühlte sich an als wenn es gleich platzen würde. Es dauerte eine Stunde, die mir endlos vorkam, bis der Krankenwagen da war. Die Sanitäter trugen mich dann zum Krankenwagen. Mein Körper fühlte sich an als würde er aufgeben wollen. Ich bekam etwas zur Beruhigung und gegen die Schmerzen, danach wurde ich ins Krankenhaus gefahren.

Später erzählte mir Frank, dass er kurz vor meinem Sturz, leicht versetzt zu meiner Linie, direkt hinter mir war und er somit die Bodenwelle nicht erwischt hatte. Ich wäre nach der Bodenwelle völlig unkontrolliert auf den Baum zugefahren und kurz davor nach rechts abgedriftet und somit am Baum vorbei. Mein Bein hatte es allerdings nicht ganz am Baum vorbei geschafft. Mein linker Motorradstiefel lag noch direkt vorm Baum. Der Reißverschluss vom Stiefel war noch geschlossen. Mir hatte es vom Aufprall meinen Unterschenkel regelrecht aus dem Stiefel gerissen. Zum Glück war mein Unterschenkel aber an meinem Bein geblieben.

Ich verbrachte die nächsten neun Wochen mit einem gesplitterten linken Unterschenkel, einer gestauchten Wirbelsäule, einer zum Teil zerstörten Gesäßmuskulatur und einem großen Bluterguss auf dem gesamten Rücken im Krankenhaus. Die ersten 2-3 Wochen durfte ich nur auf dem Rücken im Bett auf einer Gelmatratze liegen und konnte mich vor Schmerzen nicht einmal auf die Seite drehen. Danach habe ich dann aber stetig aufgebaut und wieder sitzen, stehen und gehen gelernt. Allerdings dauerte es zwei Jahre bis ich mein Bein wieder ganz normal wie früher bewegen konnte.

1999 kristallisierte sich immer mehr heraus, dass mein Unfall nicht folgenlos geblieben war. Ich arbeitete mittlerweile als Maschinenmonteur in meiner Firma, in der ich gelernt hatte und musste eine zum größten Teil stehende Tätigkeit ausüben. Mein linkes Bein schmerzte jedoch mit jedem Monat mehr. Es musste eine Lösung her! Ich dachte daran, noch einmal auf die Schule zu gehen, und nach einigen Überlegungen und Gesprächen begann ich im Spätsommer 1999 eine zweijährige Weiterbildung.

Im Sommer 2001 schloss ich diese erfolgreich ab und durfte mich ab diesem Zeitpunkt als staatlich geprüfter Maschinentechniker bezeichnen. Mein Plan war es, dass ich zur alten Firma zurückgehen würde und dort eine Stelle zum Anwendungstechniker einnehmen könnte, bei der ich für die Maschine, welche ich zuvor als Maschinenmonteur zusammengebaut und beim Kunden repariert hatte, zuständig gewesen wäre. Diese Stelle wurde aber anderweitig vergeben, so dass ich nach über 10 Jahren die Firma verließ, obwohl ich dies eigentlich nie vor hatte.

Steigende Komplexität durch Evolution?

Im Januar 2002 nahm ich nach vielen Überlegungen und der Erkenntnis, dass mir auf der Technikerschule das Konstruieren am meisten Spaß gemacht hatte, eine Stelle zum Konstrukteur in einem Ingenieurbüro an. Meine Aufgabe bestand darin, technische Probleme und Aufgaben konstruktiv zu lösen oder technische Ideen durch ein CAD Programm in einem künstlich erzeugten Raum dreidimensional sichtbar zu machen. Man könnte fast sagen, dass es ein elektronischer Weltraum ist, in dem man alles erschaffen bzw. konstruieren kann, was technisch möglich ist.

Anfang 2003 bekam ich über meinen Arbeitgeber, welcher uns an Firmen verlieh, die Konstrukteure für bestimmte Zeiträume und Aufgaben brauchten, ein Projekt bei einem weltbekannten Automobilhersteller. Ich sollte in drei Monaten eine Vorrichtung konstruieren und komplett selbst auslegen. Das bedeutete, jedes einzelne Bauteil in seinen Dimensionen wie Länge, Breite, Höhe, Form und Material zu entwerfen, zu berechnen und auf die anderen Bauteile, welche für die Vorrichtung nötig waren, anzupassen. Diese Aufgabe und die Tatsache, dass durch meine Technikerweiterbildung und den neuen Job als Konstrukteur, mein komplexes Denkvermögen gesteigert worden war, ließen mich auf einmal eines glasklar erkennen. Es konnte beim besten Willen einfach nicht sein, dass alles, was ich kannte, zufällig durch einen sogenannten Urknall und die Evolution entstanden war.

Ich bemerkte durch dieses Projekt wie schwierig es war, überhaupt etwas zu erschaffen. Wie fein alles aufeinander abgestimmt sein musste. Die Form, die Größe, die Toleranzen und die bei mehreren Bauteilen daraus entstehende Toleranzkette, das Material, einfach alles was damit verbunden war, zu einem funktionierenden, effektiven Ergebnis zu kommen. Der Zeitaufwand spielte natürlich auch eine große Rolle, und logischerweise nahm die benötigte Zeit mit steigender Komplexität und Anzahl der Bauteile zu. So kam es, dass ich die „perfekt konstruierte“ Welt mit all ihren komplexen, sehr gut aufeinander abgestimmten Lebewesen und Pflanzen darin, plötzlich mit ganz anderen Augen sah.

Ich dachte mir: „Und das alles soll zufällig durch die Evolutionstheorie entstanden sein?“ Die Evolution mit ihrem ganz speziellen Rezept – ein Urknall, viele Zufälle, sehr viel Zeit – soll alles, was wir um uns herum kennen und sehen, aus dem Nichts hervorgebracht haben? Ich rechnete stundenlang für ein Bauteil, damit es zu den restlichen Bauteilen passt und die Anforderungen, die daran gestellt werden, aushält, und ich bemühte mich, starre und leblose Bauteile zu konstruieren, aber da draußen um mich herum lebte ich in einem perfekt aufeinander abgestimmten und funktionierenden System, das so einzigartig in allem war, dass es einem kalt den Rücken hinunterlaufen musste, wenn man seine Genialität sah! Das mit der Evolutionstheorie konnte einfach nicht passen und wird auch meiner Meinung nach nie passen. Das konnte, wenn ich darüber nachdachte und auch heute noch darüber nachdenke, einfach nicht sein.

Gibt es eine Alternative zur Evolutionstheorie?

„Was gibt es denn für eine Alternative?“ fragte ich mich. Da ich schon immer an Gott glaubte, aber noch nie an die Entstehungsgeschichte, an die Schöpfung, und es nun mal nur einen Gott gibt, der von sich behauptet, dass er alles erschaffen hat, fing ich an mir das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen. Irgendwie fand ich immer mehr Parallelen zwischen der Natur und meinem Beruf. Damit konnte ich mir die Schöpfung sehr gut erklären. Gott, eine Art Erfinder, Entwickler, Konstrukteur... Er hatte eine Idee, er plante sie, entwickelte, konstruierte und schuf sie… Hört sich vielleicht absurd an, aber für mich ergab das plötzlich Sinn. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an mir Bücher zu besorgen, in denen die Evolutionstheorie mit der Schöpfung verglichen wurde, und vertiefte mich in die ganze Thematik.

Zu Ostern besuchte ich meine Tante, die gerade Besuch von meiner Cousine und Ihrem Mann hatte, welche im Ausland lebten. Sie, die auch Christin ist, hatte in den vielen Jahren zuvor immer wieder versucht, mit mir über Gott und Jesus Christus zu sprechen. Da ich aber ein Evolutionist war, führte dies meistens zu nichts. Sie hatte mir 1994 auch eine Kassette gegeben, bei der ein Prediger über das Thema „Jesus meine größte Entdeckung“ sprach. Diese hatte ich damals nach fünf Minuten ausgemacht und in eine Schublade geworfen, da mich das Thema nicht interessierte. An diesem Ostersonntag erzählte ich ihr von meinen Gedanken und meinen Fragen, die ich noch hatte. Zu meiner Überraschung hatte Ihr Mann ein Buch mit dem Titel „Fragen an den Anfang“ bei sich, das mir diese Fragen beantworten sollte. Sie überließen mir das Buch mit einer Widmung aus der Bibel darin:

“Verlass Dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass Dich nicht auf Deinen Verstand, sondern gedenke an Ihn in allen Deinen Wegen, so wird er Dich recht führen“. (Sprüche 3, 5-6)

Ich ging nach Hause und begann in diesem Buch zu lesen. Die Themen, die darin behandelt wurden, entsprachen fast alle meinen noch offenen Fragen. Diese neuen Erkenntnisse und die gewonnenen Bestätigungen, welche ich bei darauffolgenden Projekten bei meinem Arbeitgeber gewann, ließen meine Denkweise immer mehr in Richtung Schöpfung, Bibel und Gott tendieren, und das Jahr neigte sich schnell zu Ende.

Am 24. Dezember 2003 schaute ich mir nachmittags einen Film über das Leiden Jesu im Fernsehen an, welcher mich ziemlich nachdenklich stimmte. Irgendwie fiel mir plötzlich die Kassette ein, welche mir meine Cousine 1994 schenkte. Ich suchte sie und fand sie tatsächlich in der Schublade, in welche ich sie 9 Jahre zuvor geschmissen hatte! Ich legte sie ein, platzierte mich auf meinem Sofa und hörte mir die Predigt „Jesus meine größte Entdeckung“ von Wilhelm Pahls an.

Seine Worte drangen direkt in mein Herz, und ich lag mit Gänsehaut überzogen auf meinem Sofa. Als seine Worte nach Beendigung seiner Predigt verstummten lag ich noch ca. fünf Minuten wie versteinert auf meinem Sofa. Dann richtete ich mich auf, nahm meine Ellenbogen auf meine Knie und legte meinen Kopf in meine Hände und hielt eine Weile inne...Ich wusste, was ich zu tun hatte.

Ich stand auf, ging in mein Schlafzimmer, schloss die Tür, kniete mich auf mein Bett und übergab im Gebet mein Leben unter die Obhut von Jesus Christus.

Nachdem ich fertig war stand ich auf und verpackte wie jedes Jahr meine Weihnachtsgeschenke für meine Familie, und als ich mich dann anschließend aufmachte, um zu meinen Eltern nach Hause zu fahren, durchströmte mich ein unheimlich beruhigendes und zufriedenes Gefühl. Ein Gefühl und ein Wissen, dass das, was ich heute gemacht hatte, richtig und ein großer Schritt in meinem Leben war. Mittlerweile weiß ich, dass es mein größter Schritt und das Beste und Bedeutendste in meinem Leben überhaupt war.

Gott macht keine Fehler!

Am 30. September 2005 fuhr ich, wie jedes Jahr nach meinem Unfall, welcher mittlerweile 10 Jahre zurücklag, an die Stelle, wo ich fast mein Leben verloren hatte. Ich lief wie immer zu dem Baum, an dem mein Stiefel gelegen hatte, und saß eine Weile an der Stelle, an der mir das Tümpelwasser ins Gesicht getropft hatte. Anschließend setzte ich mich an den Straßenrand, genau an die Stelle, an welcher die Bodenwelle war. Diese gibt es übrigens immer noch. Sie wurde zwar schon zweimal neu überteert, aber sie ist wirklich hartnäckig und kommt immer wieder zum Vorschein.

Aus irgendeinem Grund hatte ich dieses Jahr zum ersten Mal das Bedürfnis auf die andere Straßenseite zu gehen, um mir das Ganze mal von drüben aus anzuschauen. Als ich drüben war und mir die Bodenwelle ansah, drehte ich mich irgendwann um und bemerke ein altes, kleines Steinhäuschen in der Wiese am Fuße eines kleinen Berges und lief darauf zu. Auf ihr war eine Überschrift eingemeißelt die „Station I“ lautete. In der Mitte waren Skulpturen zu sehen und darunter war zu lesen “Jesus wird zum Tode verurteilt“. Ich schaute nach rechts und entdeckte den Berg hinauf lauter kleine solcher Häuschen und lief jedes an. In ihnen war der Leidensweg Jesu Christi dargestellt. Als ich am letzten angekommen war setzte ich mich völlig verwirrt auf eine Bank vor einer kleinen, alten Bleicherhütte an der Spitze des Berges und sah von dort aus direkt auf die Straße, meinen Baum und die Stelle, an der ich 1995 nach meinem Aufschlag am Tümpel gelegen hatte.

Plötzlich überfiel es mich und ich sah auf einmal ganz klar und deutlich vor Augen, was da gerade passierte. Gott zeigte mir, wie er mich zu sich geführt hatte. Genau an dieser Stelle, an der mein Unfall passierte, wodurch ich gezwungen war, nochmal zur Schule zu gehen, und ich nach über zehn Jahren eine sichere Zukunft aufgab und die Firma wechselte. Wodurch ich zum Konstrukteur wurde und die Schöpfung entdeckte und ich somit nicht mehr an die Evolutionstheorie glauben konnte – wie ich zu Ostern das Buch von meiner Cousine bekam, welches mir so viele Fragen beantwortete, und ich am darauffolgenden Weihnachten die Kassette anhörte, die ich schon neun Jahre in meiner Schublade liegen hatte und dadurch zu Jesus Christus gefunden hatte. Genau an dieser Stelle des ersten großen, einschlägigen Teils seiner Führung, dem Unfall, war der Leidensweg Jesu Christi in einem kleinen Kreuzweg dargestellt, und ich saß nun zehn Jahre nach diesem Unfall auf der Spitze des Berges, am Ziel angekommen, gläubig, mit Jesus Christus an meiner Seite und meinem offensichtlichen „Weg zum HERRN“ direkt vor Augen! Mir fuhr es eiskalt den Rücken hinunter.

Hierzu möchte ich einen Vers aus dem Buch „Jesus unser Schicksal“ von Wilhelm Busch zitieren, welches ich 2003 von meiner Cousine und Ihrem Mann zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte und im Oktober 2005 gelesen habe:

„Führ oh Vater mich zum Sohne, damit Dein Sohn mich wieder führt zu Dir, Dein Geist in meinem Herzen wohne und mir Sinne und Verstand regier“.

Genau das hat unser Vater wortwörtlich mit mir gemacht. Genau das, worum ich Ihn 1994  nach dem Gespräch mit Ralf gebeten hatte!

Nun saß ich also da oben auf dieser Bank und hatte den ganzen Weg meiner Gebetserhörung ungetrübt vor Augen. Eine unglaubliche Geschichte war da mit mir passiert, und ich bekam nach einem langen Weg mit vielen schmerzvollen, harten und einschlägigen Erlebnissen die Auflösung direkt von Gott geliefert. Unglaublich!

An dieser Stelle möchte ich ein Gedicht niederschreiben, welches ich 2011 auswendig gelernt habe. Es passt wirklich so gut zu „meinem Weg“ zum HERRN. Möglicherweise noch viel besser zum Autor des Gedichts, dessen Name leider nie bekannt wurde. Er dichtete diese Zeilen 1943 in Stalingrad und nur Gott selbst weiß, was er dort Alles durchleben musste:

„Erscheinen meines Gottes Wege
mir seltsam, rätselhaft und schwer,
und gehen Wünsche die ich hege,
still unter in der Sorgen Meer:
Will trüb und schwer der Tag verrinnen,
der mir nur Schmerz und Qual gebracht,
so darf ich mich auf eins besinnen:
dass Gott nie einen Fehler macht!

Wenn über ungelöste Fragen
mein Herz verzweiflungsvoll erbebt,
an Gottes Liebe will verzagen,
weil sich der Unverstand erhebt,
dann darf ich all mein müdes Sehnen
in Gottes Rechte legen sacht,
und leise sprechen unter Tränen:
dass Gott nie einen Fehler macht!

Drum still mein Herz und lass vergehen,
was irdisch und vergänglich heißt,
im Lichte droben wirst Du sehen,
dass gut, die Wege die er weist.
Und müsstest Du Dein Liebstes missen,
ja ging´s durch kalte, finstre Nacht,
halt fest an diesem sel´gen Wissen:
dass Gott nie einen Fehler macht!“


Dirk Farger, Frühjahr 2012

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