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Theologe wirft EKD-Führung „Zeitgeisthörigkeit“ vor

Donnerstag, den 16. Oktober 2014 um 09:05 Uhr | Geschrieben von: ideaSpektrum

Gemeindehilfsbund befasste sich mit dem Zustand der evangelischen Kirche

Scheinfeld (idea) - Heftige Kritik an der evangelischen Kirche ist bei einem Glaubens- und Besinnungstag des Gemeindehilfsbundes geübt worden. Er wurde am 13. September in Scheinfeld (Mittelfranken) veranstaltet. Vor rund 50 Besuchern sagte der Erlangener Theologieprofessor Günther R. Schmidt, viele protestantische Führungskräfte hätten aufgrund ihrer „Zeitgeisthörigkeit“ die christliche Identität evangelischer Landeskirchen so beschädigt, „dass man vorsichtigerweise nur noch von Religionsgesellschaften sprechen sollte“. In ethischen Fragen, etwa zur Abtreibung und zur Homosexualität, verträten sie Positionen, die der Bibel und den kirchlichen Bekenntnisschriften eklatant widersprechen. „Längst erhalten Laien von kirchenleitenden Organen keine verlässlichen Hinweise mehr, wie sie christlich glauben und leben können“, so Schmidt.

Auch grundlegende theologische Überzeugungen würden zunehmend relativiert, etwa durch die Aufwertung nichtchristlicher Religionen: „Wenn man von ebenso halbgebildeten wie selbstgewissen medialen Meinungsmachern eingeschüchtert und aus Angst, sich diskriminierend zu verhalten, nicht einmal mehr zu sagen wagt, dass man die christliche Option gegenüber der jüdischen, islamischen oder sonstigen andersreligiösen Option als die bessere, ja letztlich einzig legitime ansieht, dann entzieht man dem einfachen Christen die Begründung dafür, warum er denn überhaupt noch Christ sein soll.“ Schmidt erwartet von kirchlichen Amtsträgern die Bereitschaft, für ihren Glauben Nachteile in Kauf zu nehmen. Ihre Aufgabe sei es, der Welt die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi zu verkünden und dadurch Hoffnung zu verbreiten. Dies habe „heilsame weltliche Wirkungen“: „Menschen, die zu Christen werden, wollen Lebensförderliches tun.“

Ehe als „großartiger Lebensraum“


Ein weiterer Hauptvortrag befasste sich mit dem biblischen Ehe- und Familienverständnis. Dabei wies der Vorsitzende des Gemeindehilfsbundes, Pastor Joachim Cochlovius (Walsrode bei Hannover), die in der familienpolitischen Orientierungshilfe der EKD vertretene Ansicht zurück, dass die traditionelle Ehe den Anforderungen der modernen Gesellschaft nicht mehr gewachsen sei. Gott habe die Ehe als „großartigen Lebens- und Kommunikationsraum für das Miteinander der beiden Geschlechter“ gestiftet. Der Gemeindehilfsbund ist Mitglied im Arbeitskreis Bekennender Christen (ABC) in Bayern.

Gemeinsam für die Gültigkeit der Bibel eintreten


In Grußworten plädierten Vertreter befreundeter Einrichtungen dafür, die Kontakte zu intensivieren, um gemeinsam für die Gültigkeit der Bibel einzutreten. Der Rektor des Gymnasiums der Münchner Lukasschulen, Jörg Birnbacher, berichtete über eine Kampagne der Süddeutschen Zeitung gegen die evangelische Bekenntnisschule im vergangenen Jahr. Für die Lehrer sei es wichtig gewesen, dass überall in Deutschland Christen für ein Ende der verleumderischen Angriffe gebetet hätten. Schließlich habe die Schule ihre Unterlassungsansprüche „ausnahmslos“ durchsetzen können. Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), Andreas Späth (Ansbach), rief zum gemeinsamen Engagement für Evangelisationen auf. Dabei kritisierte er die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel. Sie lehne die Schaffung einer Evangelistenstelle in Bayern mit der Begründung ab, dass jedes Kirchenmitglied zur Mission verpflichtet sei. Mit demselben Argument könne man auch die Gleichstellungsbeauftragen in den Kirchen streichen, da die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in den Kirchen ebenfalls selbstverständlich sein sollte, so Späth.

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